TSG Backnang Fußball 1919 e.V.

  • Die Volksbank Backnang präsentiert unsere Verbandsliga Mannschaft
  • hinten:
    Mert Tasdelen, Niklas Kalafatis, Marcus Kasongo-Ndijele, Marc Bitzer, Thomas Doser, Michl BauLer, Leon Maier, Loris Maier, Julian Geldner, Yannik Dannhäuser, Shqiprim Binakaj

    Mitte:
    Marc Erdmann, Bernd Dannhäuser, Rolf Wörner, Marc Hess, Julian Schieber, Mario Marinic, David Kienast, Volker Max, Michael Quattlender, Volksbank Vorstand Jürgen Schwab

    vorne:
    Benito Baez-Ayala, Niklas Pollex, Adnan Rakic, Julian Guttenson, Marcel Knauss, Mika Wilhelm, Oguzhan Biyik, Sebastian Gleissner, Christian Weiller

    Es fehlen Patrick Tichy und Louis Wiesheu

Mario Marinic im Interview zu seiner neuen Rolle im Verein!

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Herzlichen Glückwunsch Mario zur „Beförderung“ zum neuen Cheftrainer. Wie fühlt man sich in der neuen aber auch sehr verantwortungsvollen Rolle?

Der Verein kannte meine Pläne, das ich nach meiner aktiven Fussballerkarriere als Trainer arbeiten möchte. Das dies nun schneller als geplant passierte, war nicht absehbar. Es erfüllt mich mit unglaublichem Stolz und Freude, diesen Weg und diese Tätigkeit jetzt bei meinen Herzensverein gehen zu dürfen. Mit der nötigen Portion Respekt und voller Motivation gilt es für mich, die neue und verantwortungsvolle Aufgabe anzugehen.


Es ist nicht alltäglich bereits mit 36 Jahren als Cheftrainer eines Oberligisten tätig zu sein. Was empfindest Du wenn Dir die Sportliche Leitung und die gesamte Vorstandschaft das absolute Vertrauen ausspricht die mit wichtigste Funktion innerhalb des Vereins zu übertragen auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt nicht so geplant war? Und das gleich mit einem 3-Jahresvertrag. Das zeigt einerseits das Vertrauen in Dich aber auch das der Verein sehr an einer Kontinuität auf diesem Posten interessier ist. Musstest Du lange überlegen um das Angebot anzunehmen bzw. wie waren die Gespräche mit den Verantwortlichen?

Im Sommer dann 37, lacht....Naja, man könnte schon sagen, dass ich als Spieler als alt und erfahren und als Trainer nun als jung und unerfahren gelte. Aber das Alter ist nur eine Zahl. Meine Vorgänger wie Laki, Holger, Andi oder Beni waren auch nicht älter und schaut man sich meine zukünftigen Trainerkollegen in der Oberliga wie z.B. in Freiburg, Ilshofen oder Neckarsulm an, denke ich, bin ich in bester Gesellschaft. Ich durfte als Spieler viel von meinen Vorgängern lernen und partizipieren, nun gilt es meinen eigenen Weg einzuschlagen.
Als der Verein an mich herangetreten ist, musste ich nicht zweimal überlegen! Viele meiner Kollegen lechzen nach so einer Chance. Ich bin dem Verein dankbar, es mir zu ermöglichen und vor allem, mir das entgegengebrachte Vertrauen für die zukünftige Chefrolle auszusprechen.
Für uns als Verein gilt es nun, auch zukünftig auf dieser wichtigen Position Kontinuität zu schaffen. Dafür werden wir im Trainerteam, der Staff und als Mannschaft mit hoffentlich maximalen sportlichem Erfolg dazu beitragen.


Viele Verantwortliche kennst Du ebenfalls schon Jahre. Wie wichtig ist es zu wissen wie die Sportliche Führung tickt bzw. wie diese arbeitet? Ich denke Vertrauen und Verlässlichkeit sind hier wichtige Eigenschaften. Wie siehst Du das bzw. deckt sich die Erwartungshaltung und die Philosophie?

Ich bin seit nun mehr 9 Jahren im Verein aktiv, kenne alle Ecken und Kanten wo es zwickt, aber auch wo wir gegenüber anderen Vereinen vieles voran gebracht haben, vor allem sportlich. Ein Verein wie die TSG Backnang gehört in die Oberliga!
Der Wunsch ist es natürlich sich hier zu etablieren, aber dieses ist kein Selbstläufer und Bedarf maximaler Kraftanstrengung von allen Seiten. Angefangen am Kassenhäuschen bis hin zum Physiotherapeuten sowie schlussendlich auf dem Fußballfeld. Der Verein ist in Aufbruchstimmung, es tut sich einiges auf der Etzwiesen. Gegenseitiges Vertrauen ist die Basis einer zuverlässigen Zusammenarbeit, wie in einer Ehe. Mit den Verantwortlichen, gerade hier mit Marc Erdmann als Sportlicher Leiter habe ich über Jahre hinweg ein absolut loyales und vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut, was eine tolle Basis für die zukünftige, noch engere Zusammenarbeit sein wird.


Du selbst hattest auch den Wunsch eines „starken“ Co-Trainers gegenüber den Verantwortlichen geäußert nachdem Du auch weiterhin auf dem Feld stehen wirst. Dies ist dem Verein mit dem Transfer-Coup mit dem langjährigen Bundesligaprofi und Backnangers Julian Schieber eindrucksvoll gelungen. Wie hast Du Julian bisher in den Gesprächen erlebt und womit könnt ihr Euch mit Euren langjährigen Erfahrungen „befruchten“?

Jeder der mich kennt weiß, dass ich nichts dem Zufall überlasse und mit 100% an meine Aufgaben herangehe. In der Oberliga als Spieler und Trainer zu fungieren ist nicht alltäglich und Bedarf einer klarer Aufgabenverteilung, so dass ich mich auch auf das Fußball spielen fokussieren und konzentrieren kann. Mit Julian ist dem Verein ein unglaublicher Coup gelungen. Mit seinem Namen und vor allem seiner Zusage habe ich nicht gerechnet, muss ich ehrlich sagen. Umso mehr freut es mich, so einen Mann mit unglaublicher Erfahrung und Fußball Expertise an meiner Seite zu haben, aber nicht nur ich, sondern die ganze Mannschaft und der Verein dürfen sich glücklich darüber schätzen. Auch die Oberliga ist um eine Attraktion reicher. Der Austausch mit Julian war absolut auf Augenhöhe und wir haben schnell feststellen dürfen, das die Zusammenarbeit absoluten Einklang findet. Nicht zu vergessen wird auch die Unterstützung von seitens Saki sein, der uns mit seiner sachlichen und ruhigen Art perfekt ergänzen wird.


Sowohl Julian als auch Du sind absolute Topspieler und Torjäger. Von diesem Erfahrungsschatz müssten doch insbesondere auch die Stürmer profitieren. Ihr beide waren immer offensiv geprägt. Soll der künftige Fußball unter Deiner Anleitung daher weiterhin offensiv ausgerichtet sein und das fußballerischen Elemente im Vordergrund stehen? Wofür wird Mario Marinic als Trainer stehen bzw. wo siehst Du den größten Hebel für den sportlichen Erfolg? In welchen Bereichen wirst Du ansetzen um künftig noch 10-20% von Deiner Mannschaft mehr heraus zu kitzeln?

Ich denke, die Zuschauer dürfen sich zukünftig eher auf ein 5:4 als auf ein 1:0 einstellen. Spaß bei Seite, Julian im Profigeschäft und ich im höheren Amateurbereich durften viel von unseren bisherigen Trainern lernen und aufsaugen. Als erstes gilt es als aber, das maximale aus den Jungs herauszuholen und jeden einzelnen besser zu machen von Torspieler bis Stürmer. Wir haben in der Vergangenheit vieles richtig gemacht, dies gilt es fortzuführen, gepaart mit der nötigen Siegermentalität, Wille und der Gier nach Erfolg, egal ob im Training oder in den Pflichtspielen. Für unsere Gegner muss es immer heißen, die TSG Backnang ist unangenehm und schwer zu bespielen. Fußball ist heute variabler als es je war, wir werden uns auf jeden Gegner bestmöglich vorbereiten und versuchen, Dominant gegen und mit dem Ball aufzutreten.


Die „Liebesbeziehung“ zwischen Dir und Deinem Herzensverein geht somit in die nächste Runde. Was macht diese Beziehung so einzigartig und was macht Dich bei Deiner TSG so glücklich? Du gehst jetzt mit unseren „Roten“ in der neuen Saison bereits in das 10. Jahr. Das ist heutzutage sehr ungewöhnlich? Manche Ehen halten nicht so lange…..:-))). Gerade auch wenn Jahr für Jahr auch finanziell verlockende Angebote anderer ambitionierter Vereine auf dem Tisch liegen.

Heute darf ich sagen, dass es genau die richtige Entscheidung war, Jahr für Jahr der TSG die Treue zu halten. Ich habe in Backnang nach Waiblingen meine zweite Heimat gefunden. Ich bin ein sehr treuer und sicherheitsbewusster Mensch, sowohl beruflich als auch privat, habe mich in Backnang in noch jungen Jahren unglaublich weiterentwickeln dürfen und einen Status erarbeitet, der mir heute die Tür für so eine, jetzige Möglichkeit eröffnet hat. Im schnelllebigen Fussballgeschäft nicht selbstverständlich.
Auch hier bin ich sehr stolz und unglaublich dankbar, fast ein Jahrzehnt den Fußball in Backnang geprägt zu haben. Bei der TSG trägt natürlich das Familiäre und enge Umfeld unglaublich dazu bei.


Von Vorteil dürfte es sein das Du Mannschaft und Verein in und auswendig kennst. Wo siehst Du noch weiteres Entwicklungspotenzial innerhalb der Mannschaft aber auch außerhalb?

Es ist von großen Vorteil das ich alle Stärken und Schwächen meiner Jungs kenne und Sie im Gegenzug aber auch wissen, wie ich ticke. Das Ziel muss es sein, das die Jungs auch mehr Verantwortung auf und neben Platz übernehmen, rein wachsen in Ihre Rolle. Ich denke, so etwas Bedarf auch einem Prozess. Gerade außerhalb des Platzes ist es mir wichtig zusammenzuwachsen, wir haben eine charakterlich einwandfreie Truppe. Jeder einzelne investiert unglaublich viel Zeit in den Fußball, nicht nur auf dem Platz sollten wir 11 Freunde sein, sondern auch außerhalb und ich denke, dies gehört seit Jahren zu unseren Stärken.


Wie bist Du mit der aktuellen Kaderplanung zufrieden und wo siehst Du noch Handlungsbedarf? Wirst Du noch bei allen Spielen über die volle Distanz auf dem Feld stehen oder möchtest Du nach und nach hier evtl. auch jüngere und potenzielle Nachfolger für Dich im Angriff einbauen? Bessere Lehrmeister wie ein Julian Schieber und Mario Marinic dürfte es doch für einen jungen Stürmer gar nicht geben?

Der gesamte Kader aus der Vorsaison ist zusammen geblieben und wir haben gesehen, das wir in der Oberliga absolut konkurrenzfähig sind. Auch hier darf man sagen, das Marc Erdmann und Isaak Avramidis hervorragende Arbeit leisten und es jährlich schaffen, den Kader punktuell zu verstärken und vor allem auch die Spieler zusammenzuhalten. Es wird definitiv meine letzte Saison als Fußballer auf dem Feld sein, danach gilt es sich auf das Trainer da sein zu konzentrieren und parallel meine B-Lizenz zu absolvieren. Ich fühle mich absolut fit, habe Spaß und den Ehrgeiz auf dem Feld zu stehen. So wollte ich natürlich nicht aufhören und die Kickschuhe an den Nagel hängen, eine Pandemie sollte nicht für mich entscheiden. Sollte uns Corona hoffentlich bald wieder loslassen, werde ich jede Minute Spielzeit genießen. Ein Mario Marinic hilft der Mannschaft und dem Trainerteam mit Sicherheit noch auf dem Platz, jedoch wird es hier kurzfristig auch an der Zeit für eine neue Ära. Zukünftig gilt es nicht nur im Sturm, sondern in allen Mannschaftsteilen junge, hungrige Spieler einzubauen, die Lust und Bock auf die TSG Backnang und die Oberliga haben. Bedarf haben wir für die kommenden Saison auf jeden Fall noch im Sturm, hier halten wir Augen und Ohren offen, das selbige gilt aber auch für die anderen Mannschaftsteile.


Die 1. Mannschaft und das Aushängeschild des Vereins hat sich in den letzten Jahren sportlich toll entwickelt. Was sind aus Deiner Sicht die Gründe für die sehr erfolgreichen Jahre? Das ist sicherlich auch der verdiente Lohn harter Arbeit auf und neben dem Rasen. Wie hat sich der Verein in den letzten 10 Jahren aus Deiner Sicht entwickelt bzw. wo besteht noch weiteres Entwicklungspotenzial? Stillstand bedeutet schließlich Rückschritt………Und die TSG möchte sicherlich in den nächsten Jahren weitere Schritte nach vorne machen.

Das Wort harte Arbeit teile ich zu 100%, nur so wird es möglich sein sich langfristig in der Oberliga zu etablieren. Als ich damals zur TSG kam, waren wir noch in der Landesliga. Es ging sportlich steil bergauf und Backnang war schnell wieder ein bekannter Fleck auf Baden-Württembergs Fussballlandkarte. In vielen Bereichen vielleicht auch zu schnell, infrastrukturell haben wir mit Sicherheit Nachholbedarf, aber auch hier bewegt sich einiges und der Verein ist mit der Stadt in Gesprächen. Das unser Rasenplatz leider über kein Flutlicht verfügt, erschwert uns den Trainingsbetrieb in den Herbst- und Wintermonaten unheimlich, aber auch hier habe ich die Hoffnung auf Änderung nicht aufgegeben. Zudem wird es unheimlich wichtig und eine große Aufgabe sein, unsere Jugendmannschaften wieder dahin zu führen, wo sie vor Jahren waren, davon würden wir als 1. Mannschaft und der ganze Verein profitieren.


Wo möchtest Du speziell bei der Mannschaft im Trainings- und Spielbetrieb ansetzen? Wie sieht die Rollenverteilung Deiner Co-Trainer aus gerade wenn Du auch in der neuen Saison noch ein sehr wichtiger Eckpfeiler auf dem Feld darstellen wirst? Wirst Du Deinen Co-Trainern, Torspielertrainer etc. feste Aufgaben übertragen und auch Selbstverantwortung übertragen?

Der Teamgedanke steht über allem und es funktioniert auch nur als Team. Ich muss und werde Aufgaben übertragen, gerade deshalb, weil ich voll im Trainings- und Spielbetrieb stehen werde. Hier habe ich volles Vertrauen ins Trainerteam. Einzelheiten wurden bereits besprochen und kommuniziert. Ich freue mich unheimlich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Julian, Saki und Marc Hess, auch wenn uns bewusst sein sollte, das keiner weiß, welche Auswirkungen diese lange Coronapause auf den Fußball haben wird, wie die neue Saison zusammengesetzt wird, wie Spieler nach so einer langen Pause mit der wieder eintretenden körperlichen Belastung zurechtkommen werden. Sollte der Ball in der Etzwiesen wieder rollen, dürfen sich die Fans jedoch auf vollen Einsatz und Leidenschaft sowie hoffentlich erfolgreichen Fußball freuen.

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TSG Backnang Fußball 1919 e.V
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