TSG Backnang Fußball 1919 e.V.

  • Die Volksbank Backnang präsentiert unsere Verbandsliga Mannschaft
  • hinten:
    Mert Tasdelen, Niklas Kalafatis, Marcus Kasongo-Ndijele, Marc Bitzer, Thomas Doser, Michl BauLer, Leon Maier, Loris Maier, Julian Geldner, Yannik Dannhäuser, Shqiprim Binakaj

    Mitte:
    Marc Erdmann, Bernd Dannhäuser, Rolf Wörner, Marc Hess, Julian Schieber, Mario Marinic, David Kienast, Volker Max, Michael Quattlender, Volksbank Vorstand Jürgen Schwab

    vorne:
    Benito Baez-Ayala, Niklas Pollex, Adnan Rakic, Julian Guttenson, Marcel Knauss, Mika Wilhelm, Oguzhan Biyik, Sebastian Gleissner, Christian Weiller

    Es fehlen Patrick Tichy und Louis Wiesheu
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Unsere 1. Mannschaft ganz kreativ zu Weihnachten. Schaut euch eine Auswahl der Videos von Spielern unserer 1. Mannschaft mit Botschaften zur Weihnacht 2020 an. Auch neben dem Platz haben es unsere Jungs richtig drauf! 

 

 

 

 

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Solo zweier Großkopfeter sorgt für Ärger!

In der Fußball-Oberliga haben die TSG Backnang und viele Konkurrenten kein Verständnis dafür, dass Spitzenreiter SGV Freiberg und Verfolger Stuttgarter Kickers mithilfe von städtischen Sondergenehmigungen den Trainingsbetrieb aufrechterhalten dürfen.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 17.11.20

„Da wird immer Solidarität gefordert, doch wenn’s drauf ankommt, steht sich jeder selbst am Nächsten.“ Ein Satz, den TSG-Vorstandsmitglied Marc Erdmann vor allem auf die beiden Erstplatzierten in der Fußball-Oberliga gemünzt hat. Nachdem der Tabellenzweite Stuttgarter Kickers bereits vergangene Woche von der Stadt Stuttgart grünes Licht erhalten hat, den Trainingsbetrieb aufrechterhalten zu dürfen, haben nun die Stadt Freiberg und der dortige Sport- und Gesangverein, seines Zeichens mit fünf Punkten Vorsprung führender Spitzenreiter der Liga, nachgezogen. Sehr zum Missfallen der anderen 19 baden-württembergischen Fünftligisten, die die wegen der Coronapandemie verordnete Zwangspause bis mindestens Ende November einhalten müssen oder wollen.

Die Frage ist, wie lange noch, nachdem das Topduo aus der Reihe getanzt ist. Zumindest der 1. CfR Pforzheim hat bereits verlauten lassen, sich nun ebenfalls um eine Ausnahmegenehmigung zu bemühen. Die anderen Konkurrenten belassen es momentan bei teilweiser harscher Kritik. Zumindest der SGV fühlt sich deshalb offenbar nicht wohl in seiner Haut. Freibergs Pressesprecher Joachim Plemenik teilt mit, dass sowohl sein Verein als auch die Stadt nicht glücklich über die Uneinheitlichkeit in der Liga seien und eine landeseinheitliche Regelung befürworten würden, da die Oberliga in ganz Baden-Württemberg beheimatet ist. Plemenik erklärt dazu: „Sowohl der SGV als auch die Stadt Freiberg haben solch eine Klarstellung kurzfristig beantragt.“ Eventuell hat der noch unbesiegte Tabellenführer mit dieser Initiative ja mehr Erfolg als mit dem angeblichen Versuch, den auf Degerlochs Höhen beheimateten Verfolger davon abzuhalten, sich die Sondergenehmigung von der Stadt Stuttgart zu besorgen. Das zumindest behaupten Kenner der Szene. Sie berichten, dass Freiberg mit den Kickers ein sogenanntes Gentlemen’s Agreement treffen wollte, dass keiner der zwei großen Titelanwärter den Trainingsbetrieb aufnimmt und versucht, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Für Marc Erdmann ist das Thema Wettbewerbsgleichheit ein Punkt. Ein anderer ist für ihn aber der gesundheitlich Aspekt. „Derzeit haben wir Coronahöchstwerte, da sind für mich solche Aktionen völlig unverständlich“, ärgert sich der 49-Jährige über die beiden Großkopfeten und legt nach: „Für mich ist es ein Unding, dass es solche Schlupflöcher überhaupt gibt.“ Dabei sei es ihm ziemlich egal, ob dies die Politik und Behörden oder der Verband möglich machen. Zudem ist es für den sportlichen Leiter des Tabellenzwölften aus den Etzwiesen auch eine Frage des eigenen moralischen Anspruchs: „Wie sollen wir solche Dinge unseren Kinder und Jugendlichen in den Vereinen erklären, denen wir sagen, dass sie derzeit nicht kicken dürfen.“

Wobei Erdmann nicht nur die Einschränkungen im Fußball und im Sport im Allgemeinen im Blick hat, sondern auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. „Die Gastronomen und viele andere müssen leiden, haben extreme Einbußen.“ Da gehe es einfach nicht, dass Fußballvereine selbst in einer fünften Liga glaubten, über den Dingen zu stehen. Erdmanns klare Ansage: „Gesundheitliche Aspekte und Verantwortung sollten immer über allem stehen.“ Das Backnanger Vorstandsmitglied steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Auch andere Vereine wie der SSV Reutlingen, der Freiburger FC und der FV Lörrach-Brombach ärgern sich über die Solotour der beiden Titelaspiranten, die damit auch die Empfehlung und Bitte der drei Fußballverbände Nordbaden, Südbaden sowie Württemberg, den Trainingsbetrieb vorläufig ruhen zu lassen, ad absurdum geführt haben. Richtig deutlich wird die Neckarsulmer Sport-Union, die auf ihrer Internetseite unkt: „Die Oberliga Baden-Württemberg steht vor der Zerreißprobe.“ Ganz so weit will Marc Erdmann noch nicht gehen. Er sagt: „Ich hoffe, dass die Vernunft am Ende siegt.“
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Etzwiesenteam fertigt Titelanwärter ab!

Fußball-Oberligist TSG Backnang feiert den ersten Heimsieg der Saison mit einem fulminanten 5:2 gegen den Aufstiegskandidaten FSV 08 Bissingen. Bis zur Pause hatten Niklas Pollex, Loris Maier und Mario Marinic den Grundstein zum verdienten Sieg gelegt.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 29.10.20 / Foto: Sascha Feuster

Fünf Anläufe hat es gebraucht, bis die Backnanger Fußballer ihren ersten Heimsieg in den Etzwiesen in der noch jungen Oberliga-Saison feiern durften. Ausgerechnet gegen den hochgehandelten Titelkandidaten aus Bissingen boten die Roten gestern Abend eine ihrer bisher besten Leistungen. Die TSG-Anhänger waren beim Flutlichtspiel auf dem Kunstrasen begeistert und verabschiedeten ihr Team mit lang anhaltendem Applaus in die Kabine. TSG-Coach Holger Ludwig überraschte die Backnanger Fans mit einer neuen Variante in der Defensive. Aus der Abwehrkette wurde Marc Bitzer weiter nach vorne gezogen, wo der Zugang vom TSV Heimerdingen zusammen mit Kapitän Oguzhan Biyik eine überragende Partie ablieferte. 

Gleich zu Beginn der Begegnung hatten die Gastgeber allerdings Riesenglück, denn ein Freistoß von Yannick Toth aus 18 Metern knallte an den Backnanger Querbalken. Die Platzherren schüttelten sich nur kurz und bliesen zum Angriff. Vor allem die Maier-Zwillinge stellten die Gäste vor so manches Problem. Nach fünf Minuten passte Leon Maier millimetergenau auf den gestarteten Niklas Pollex, der sicher zur 1:0-Führung einschießen konnte. Der Jubel bei den Fans war noch im Gange, schon zappelte das Leder erneut im Kasten der Elf von FSV-Trainer Alfonso Garcia. Loris Maier spielte mit der Gästeabwehr Katz und Maus und vollendete zum 2:0.

Bissingen war geschockt und hatte Glück, als Mario Marinic nach zehn Minuten von der Strafraumgrenze knapp vorbei zielte. Pech hatte nach 19 Minuten Biyik mit seinem Freistoß aus 20 Metern, der am linken Pfosten landete. Die Hausherren gaben den Ton an und waren läuferisch sowie kämpferisch den favorisierten Gästen überlegen. Drei Minuten vor dem Pausenpfiff passte der starke Bitzer auf Shqiprim Binakaj, der legte quer zu Marinic und der TSG-Torjäger verwertete die Vorlage zur 3:0-Führung.

Der Bissinger Coach Alfonso Garcia war bei seiner Rückkehr nach Backnang, er hat die TSG in früheren Jahren trainiert, alles andere als zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf. Anders lassen sich seine Wechsel für den zweiten Abschnitt nicht erklärten. Gleich vier Akteure blieben in der Kabine. Aber eine Besserung im Spiel der Gäste war zunächst nicht zu erkennen, denn schon vier Zeigerumdrehungen nach dem Wiederanstoß passte Bitzer überlegt zu Leon Maier, der zum 4:0 abschließen konnte. Erst jetzt ließen es die Roten etwas ruhiger angehen. Bissingen bekam nun Oberwasser und kam nach einem Fehler von TSG-Keeper Marcel Knauß in der 68. Minute zum 1:4 durch den eingewechselten Alexander Götz. Die Etzwiesenelf verlor kurz den Faden und fing sich nur drei Minuten später das 2:4 durch den ebenfalls eingewechselten Roman Kasiar ein.

Noch waren 20 Minuten zu spielen und dem Backnanger Anhang wurde es schon mulmig. Aber 120 Sekunden nach dem zweiten Gegentreffer sorgte Mert Tasdelen nach einer schönen Einzelleistung für das 5:2 der Platzherren. Damit war die Partie eine Viertelstunde vor Schluss entschieden. Der FSV Bissingen steckte zurück. Und die von Thomas Doser und Patrick Tichy glänzend organisierte Hintermannschaft ließ die Gästeangreifer nicht mehr zur Entfaltung kommen.

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Dauerläufer läuft weiter für TSG auf!

Julian Geldner verlängert seinen Vertrag beim Backnanger Fußball-Oberligisten um zwei Jahre.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 19.12.20 - Foto: Volker Müller

Die Hälfte seines bisherigen Lebens hat er bereits bei der TSG Backnang verbracht. Das ist dem 24-jährigen Julian Geldner offenbar aber noch nicht lang genug. Diese Woche hat er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag beim Fußball-Oberligisten aus den Etzwiesen bis zum 30. Juni 2023 verlängert. „Der Verein ist für mich fast schon zur zweiten Heimat geworden“, sagt der ursprünglich von der SKG Erbstetten stammende Leistungsträger, der einst als Zwölfjähriger nach Backnang wechselte. Mittlerweile gehört er dort fast schon zur festen Einrichtung. In einem hat Geldner sogar Torjäger Mario Marinic was voraus: Der Mittelfeldmann ist der einzige Spieler in den Etzwiesen mit einem eigenen Fanklub. Zusammen setzt sich der vor allem aus Familienmitglieder und aus Personen aus seinem Heimatort. Entsprechend viele Erbstettener sind deshalb bei den Backnanger Punktspielen zu finden.

Das ist allerdings nicht der Grund, weshalb sich der Spieler und die Verantwortlichen der TSG recht schnell einig wurden. Wichtiger war, dass beide Seiten mit dem jeweiligen Gegenüber sehr zufrieden sind. TSG-Vorstandsmitglied Marc Erdmann erklärt: „Wir sind überglücklich, dass wir nach Michl Bauer einen weiteren Spieler aus der Region für weitere zwei Jahre an den Verein binden konnten. Beide sind absolute Mentalitätsspieler.“ Hinzu komme, dass sich der aus der eigenen Jugend stammende Mittelfeldmann in den vergangenen Jahren dank stets konstanter Leistungen zum Stammspieler entwickelt habe, so Backnangs sportlicher Leiter. In der Tat zählt Geldner nun schon einige Zeit zu den sogenannten Leistungsträgern. Unabhängig davon, ob der Trainer Markus Lang, Beniamino Molinari, Andreas Lechner, Evangelos Sbonias oder Holger Ludwig hieß oder heißt. Für Erdmann ist der hohe Stellenwert, den der Spieler bei den Übungsleitern einnimmt, keine Überraschung: „Neben seinem tollen Charakter zeichnen ihn seine unheimliche Laufbereitschaft und Physis sowie sein Wille aus. Zudem ist er ein sehr lernwilliger Spieler. Einer, der bereit ist, auch an seinen Schwächen weiter hart zu arbeiten.“

Vor allem die letztgenannte Eigenschaft half dem ausgebildeten Physiotherapeuten, der seit eineinhalb Jahren in Stuttgart-Vaihingen Bewegungswisschenschaft studiert, bei der Entwicklung vom jungen Ergänzungsspieler in der Verbandsliga zum mittlerweile gestandenen Oberliga-Fußballer. Geldner spielte sowohl beim Aufstieg vor dreieinhalb Jahren wie bei dem in der vergangenen Saison eine wichtige Rolle. Auch weil er zu der Sorte von Fußballern zählt, die auf dem Platz eigentlich nie aufstecken. Ein Ehrgeiz, den der 24-Jährige aber nicht nur für sich allein in Anspruch nimmt. Sein Bleiben begründet er zum Beispiel damit, „dass man spürt, das sich der Verein Schritt für Schritt weiterentwickelt. Alle, die hier ehrenamtlich tätig sind, hauen sich voll rein.“

Ein Lob, das Marc Erdmann gerne zur Kenntnis nimmt und berichtet: „Die Spieler registrieren unsere Entwicklung und auch weitere, bereits in die Wege geleitete Projekte und Visionen.“ Die TSG sei mittlerweile neben dem benachbarten Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach seit Jahren das Aushängeschild des Fußballs im Rems-Murr-Kreis, sagt der 49-Jährige und sieht sich darin durch Geldners Verlängerung erneut bestätigt.

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Karrieren abseits des Sports (5): Auf dem Fußballplatz personifiziert Mario Marinic als Torgarant des Oberligisten TSG Backnang die Abteilung Attacke, als Versicherungsfachmann federt er die Lebensrisiken seiner Kunden ab und baut mit ihnen fürs Alter vor.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 14.11.20 / Foto: TSG Backnang 
 

War ihm das überhaupt bewusst, wie weit seine Herangehensweisen als Sportler und am Arbeitsplatz auseinanderklaffen? „Darüber habe ich noch nie nachgedacht“, entgegnet Marinic und lacht, „aber es stimmt: Auf dem Rasen soll ich beim Gegner für Verunsicherung sorgen, hier im Büro bin ich für die Absicherung von Lebensrisiken zuständig.“ Von A wie Autoversicherung bis Z wie Zahnzusatzversicherung könne er seinen Kunden als stellvertretender Geschäftsstellenleiter einer Agentur in Waiblingen das gesamte Portfolio anbieten. Nur die Lebensversicherung, die er als Torgarant für die Roten darstellt und die er für seine Ex-Vereine auch schon gewesen ist, „ist in der Branche nicht mehr so präsent. Man spricht eher von Rentenversicherung oder von Vorsorge im Allgemeinen.“

Für den Entschluss, nach der mittleren Reife den kaufmännischen Berufsweg einzuschlagen und mit einer Bankausbildung zu starten, gibt es vor allem drei Erklärungen. Zum einen hat der Schwabe mit kroatischen Wurzeln, der mit seinen Füßen so präzise Schüsse abfeuern kann, kein Problem mit dem Eingeständnis, mit den anderen Extremitäten ungeschickt zu sein: „Ich habe zwei linke Hände und bin froh, wenn ich ein Ikea-Regal zusammenbauen kann.“ Etwas Handwerkliches machte also keinen Sinn, dazu hatte es dem Teenager die Berufskleidung angetan: „Der Anzug macht was her, das war mir als 16-Jähriger nicht unwichtig.“ Nicht zuletzt legte er wie sein Elternhaus Wert darauf, sich eine solide Basis im Job zu schaffen, um den Rücken für den Versuch freizuhaben, auch im Fußball möglichst weit zu kommen.

Alles der Jagd nach dem runden Leder unterzuordnen, kam für Marinic aber lange nicht infrage. Nach der Jugendzeit beim FSV Waiblingen und dem SV Fellbach sowie dem Sprung zu den Aktiven beim SVF, der nach dem Verbandsliga-Abstieg in der Landesliga kickte, wechselte er mit 19 sogar nach Oeffingen in die Bezirksliga, um sich noch besser auf die einjährige Zusatzqualifikation zum Versicherungsfachmann konzentrieren zu können. Seit der heute 36-Jährige dieses Papier in der Tasche hat, steht er in Diensten der Sparkassenversicherung. Auch als Spieler ist er eine treue Seele, seit 2012 geht er für Backnang auf Torejagd. Keine Selbstverständlichkeit, „heutzutage ist im Sport und im Beruf alles viel schnelllebiger“, weiß Mario Marinic mit Blick auf Kollegen und Mitspieler.

Sechs Monate in Aalen bleiben der einzige Abstecher ins Profigeschäft.

Er selbst bildete sich innerhalb der Firma weiter, wollte aber nicht nochmals die Schulbank drücken, „weil ich den Fußball als zweites Standbein hatte und es zeitlich schwierig geworden wäre“. Nach vier Jahren Oeffingen mit je zwei Auf- und Abstiegen kehrte der Stürmer nach Fellbach zurück und tat, was er immer tat: Er machte Buden wie am Fließband. Im Januar 2010 wollte ihn der VfR Aalen, denn „ich hatte eine überragende Vorrunde hinter mir und wurde mit 23 Treffern, so meine ich, sogar Landesliga-Torschützenkönig“. Und dies, obwohl er dem Lockruf des damaligen Regionalligisten folgte und damit nur halb so viele Partien wie die Angreifer aller Ligarivalen absolviert hatte. „Das war der erste und letzte Versuch, hauptsächlich mit dem Fußball Geld zu verdienen“, erinnert sich Marinic, dafür sei es mit 25 „fast zu spät“ gewesen. Zu Oeffinger Zeiten hatten die Kickers mit ihrem damaligen Trainer Robin Dutt, der VfB II mit Rainer Adrion und Spielern wie Adam Szalai oder die aufstrebenden Heidenheimer mit den Machern Holger Sanwald und Frank Schmidt ein Auge auf ihn geworfen. Weil der Torjäger auf dem Platz zwar gerne Dribblings mit ungewissem Ausgang wagt, abseits davon jedoch ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat, scheute er immer wieder das Risiko.

Erst für Aalen machte Marinic die Ausnahme, ließ sich vom Arbeitgeber vorübergehend freistellen. Nach Startschwierigkeiten bekam er Kurzeinsätze in der Liga, im Pokal traf er beim 7:0 gegen Bissingen dreimal. Es lief gut, doch nach einem Mittelfußbruch im Halbfinale war er „außen vor“. Aalen stieg in die Dritte Liga auf, Marinic kehrte nach sechs Monaten zum Landesligisten Fellbach und ins Büro zurück. Es blieb sein einziger Profiversuch, aber der Ehrgeiz war ungestillt. Ihn zog es zu Neckarrems in die Oberliga und 2012 nach Backnang, wo er sportlich heimisch wurde und entscheidend mithalf, dass die TSG mittlerweile gute Karten hat, sich in der Oberliga zu etablieren. In dieser Runde hat er auch schon siebenmal getroffen.

Sport und Beruf unter einen Hut zu bekommen, gelingt ihm gut. „Ich konnte mir die Zeit schon immer selbst einteilen und bin daher sehr flexibel“, sagt Marinic, der spätestens um 8 Uhr im Büro ist und montags, dienstags und donnerstags ab 18 Uhr keine Termine vereinbart, um trainieren zu können. Vorher geht’s meist kurz heim, um die Sporttasche zu holen, deshalb kriegen ihn die Teamkameraden selten im feinen Zwirn zu sehen. Seine Frau akzeptiere das zeitaufwendige Hobby, „darüber bin ich froh“, aber trotzdem stellt sich die Frage, wie lange der werdende Papa noch kicken will. „Ich fühle mich gut, das rechte Knie macht keine Probleme“, sagt Marinic. „Es ist nicht selbstverständlich, nach einem Knorpelschaden mit 34 Jahren nochmals zu alter Form zurückzufinden.“ Bei ihm hat es geklappt, nun „will ich selbst entscheiden, wann ich aufhöre, und mir das nicht von Corona oder vom Knie diktieren lassen. Es macht mir Spaß und ich habe weiterhin den Ehrgeiz und die Motivation. Wir werden im Frühjahr weitersehen.“

Ohne Fußball wird es bei Mario Marinic ohnehin nie gehen, den weichen Übergang ins Trainergeschäft habe er als spielender Assistenzcoach ja schon eingeläutet. „Irgendwann werde ich an der Seitenlinie stehen“, kündigt er an, und damit Verantwortung für das große Ganze tragen – wie er es im Beruf bereits seit einiger Zeit tut.

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Die Oberliga-Fußballer der TSG Backnang kamen bei der zweiten Mannschaft des FC Astoria Walldorf über ein 2:2 nicht hinaus. Es war eine enttäuschende Vorstellung der Murrtaler, die nach dem sicheren Vorsprung drei sicher geglaubte Punkte kostete.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 26.10.20 / Foto: A. Hornauer

Konstanz ist derzeit ein Fremdwort für die Elf von TSG-Trainer Holger Ludwig. Nach der Heimpleite gegen Pforzheim boten die Roten in Villingen ein starkes Spiel. Zwei Wochen später brachten die Etzwiesenkicker beim biederen FC Astoria Walldorf II ein 2:0 nicht über die Zeit.

Die wenigen mitgereisten TSG-Fans schüttelten am Ende nur ungläubig den Kopf. Aber auch die Mitstreiter um Kapitän Oguzhan Biyik verließen wie begossene Pudel nach dem Schlusspfiff das Spielfeld. Ursachenforschung war angesagt. Jedoch das coronabedingte Fehlen von Michl Bauer und Julian Geldner taugte als Entschuldigung für eine nicht nachvollziehbare Vorstellung nur wenig. Thomas Doser rückte für Bauer in die Dreierkette, davor nahm Marvin Zimmermann den Platz von Geldner ein. Ansonsten vertraute Holger Ludwig auf die in Villingen erfolgreiche Formation.

Die tat sich aber schwer, ins Spiel zu finden. In der ersten Viertelstunde hatten die Murrtaler sogar Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Nach 13 Minuten ging Walldorfs Dawda Sanneh bei einem Zweikampf mit Shqiprim Binakaj im Strafraum der Gäste zu Boden. Es hätte sich niemand darüber beschweren können, wenn der Schiedsrichter in dieser Situation auf Elfmeter für die Hausherren entschieden hätte. Zwei Zeigerumdrehungen später zog Bleart Dautaj aus zwölf Metern ab, doch vom linken Pfosten prallte die Kugel zurück ins Feld.

Erst jetzt wachten die Backnanger auf. In der 17. Minute wurde ein Schuss von Marvin Zimmermann von der Strafraumgrenze zur Ecke abgewehrt. Den anschließenden Eckball von Biyik beförderte der aufgerückte Doser per Kopfball zur 1:0-Führung ins Walldorfer Gehäuse. Für Beruhigung im Spiel der Etzwiesenelf sorgte dieser Treffer allerdings nicht. Vieles blieb Stückwerk. Einmal mehr bewahrheitete sich die Erkenntnis: Fußball ist ein Laufspiel. Und da hatten die Einheimischen stets die Nase vorn. Spielerisch boten die Roten mehr. So mühten sich die Backnanger mehr schlecht als recht zum Pausentee, wobei Binakaj nach einer halben Stunde beinahe ein Treffer gelungen wäre. Doch FC-Torhüter Oliver Seitz klärte zum Eckball.

Zwei Minuten nach dem Wechsel jubelten die Gäste erneut. Eine feine Rechtsflanke von Niklas Pollex verwertete Mario Marinic per Flugkopfball zum 2:0. Damit ist die Suppe gegessen, meinten irrtümlicherweise nicht nur die Zuschauer, auch die TSG-Spieler gaben sich damit zufrieden. Für die angeschlagenen Zimmermann und Pollex kamen kurz darauf Jannik Dannhäußer und Louis Wiesheu. Nach einer Stunde hatte der frei stehende Doser eine Riesenchance, aber Walldorfs Keeper klärte erneut.

In der 65. Minute köpfte der von der TSG-Abwehr völlig vergessene Joshua Best nach einer Ecke den Anschlusstreffer. Die erwartete Offensive der Platzherren blieb danach aber aus. Die Roten kontrollierten das Geschehen, vergaßen aber nachzulegen. In der Schlussphase wurde es aber spannend. In der 87. Minute hatte Marinic nach einem Querpass von Loris Maier einen weiteren Treffer auf dem Fuß, doch ein Walldorfer klärte. Eine Zeigerumdrehung später sorgte der von der TSG-Abwehr alleine gelassene Benjamin Hofmann fürs 2:2. Fassungslosigkeit herrschte unter den TSG-Anhängern, die in der Nachspielzeit noch eine Riesenmöglichkeit des eingewechselten Caldas de Carvalho und danach eine gute Chance der Gastgeber registrierten.

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